Herzliche Gratulation!
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Die Arbeitswelt im digitalen Wandel: Mehr Druck, weniger Sicherheit?
Werden wir alle durch Roboter ersetzt? «Heute wird viel über die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt diskutiert. Oft schwingt die Befürchtung mit, dass immer mehr Tätigkeiten automatisiert werden können», lautete der Einstieg von Prof. Andreas Hirschi von der Abteilung für Arbeits- und Organisationspsychologie der Universität Bern. Von der Automatisierung seien nicht nur relativ einfache Aufgaben wie Pakete verteilen betroffen, sondern auch komplexe Tätigkeiten. So könne etwa der Roboter Pepper in unterschiedlichsten Kontexten Kunden empfangen und in 19 verschiedenen Sprachen über Angebote, Dienstleistungen etcetera informieren. «Solche Beispiele gibt es zuhauf, von denen man vor ein paar Jahren noch gedacht hat, das könne man nicht automatisieren», so Hirschi. Insofern sei die Befürchtung nicht ganz unbegründet, dass wir künftig in der Arbeitswelt durch Roboter, Logarithmen und künstliche Intelligenz ersetzt werden. Diesen Eindruck vermittle auch eine Studie der Oxford-Universität, die für über 600 Berufe einschätzt, inwiefern diese automatisiert werden könnten. «Ihr vielaufgegriffenes, weil auch schockierendes Ergebnis war, dass 47 Prozent aller Stellen in den USA aufgrund der aktuellen Technologie automatisiert werden könnten.» Für die Schweiz gebe es ähnliche Resultate, so Hirschis düstere Prognose. «In der Realität bestehen Berufe aus unterschiedlichsten Tätigkeiten, und nur einen Teil dieser Tätigkeiten kann man gut automatisieren und einen Teil gar nicht.» Andreas Hirschi Automatisierung in fast jedem Beruf? Doch es gebe auch fundierte Kritik an den Ergebnissen, relativierte er zugleich, «und zwar, weil dieser Ansatz relativ einfach davon ausging, ob ein Beruf automatisiert werden könne, ja oder nein». In der Realität bestünden Berufe aus unterschiedlichsten Tätigkeiten, «und einen Teil dieser Tätigkeiten kann man gut automatisieren und einen Teil gar nicht». Im Moment gebe es folgende drei Bereiche, die sehr schwierig zu automatisieren seien: Feinmotorik, Kreativität und soziale Intelligenz. «Je mehr ein Beruf auf diesen drei Kompetenzen aufbaut, desto weniger kann er automatisiert werden.» Werde dies berücksichtigt, entstehe ein ganz anderes Resultat, und zwar könnten durchschnittlich nur noch etwa neun Prozent aller Stellen komplett automatisiert werden. Jedoch zeigten diese Studien auch, dass fast jeder Beruf von Automatisierung betroffen sei. Selbst in hochqualifizierten Berufen fänden sich Tätigkeiten, die sich automatisieren liessen. «Das bedeutet, dass die Massenarbeitslosigkeit in den nächsten paar Jahren wahrscheinlich nicht unser grösstes Problem ist, weil nur wenige Berufe komplett automatisiert werden könnten», folgerte Hirschi. Viel wichtiger sei indes, wie sich die Struktur der Arbeitswelt veränderte und welche neuen Kompetenzen nötig seien, um die eigene Arbeitsmarktfähigkeit zu erhalten und weiterzuentwickeln. Hierfür gebe es kaum klare Leitlinien, an denen wir uns orientieren könnten. Die eigene Laufbahn kreieren Die Arbeitnehmenden seien gefordert, die eigene Laufbahn selber zu kreieren. Dasselbe gelte für die Arbeitsmarktfähigkeit, die man immer stärker selber entwickeln müsse, «weil eben die Arbeitsplatzsicherheit immer weniger gegeben ist». Für eine lebenslange, selbstgestaltete Laufbahn sei zentral, sich regelmässig aktiv um die nötigen Ressourcen zu kümmern. Primär sei das Individuum dafür verantwortlich. Es sei heute immer weniger möglich, dass Unternehmen für die Arbeitsmarktfähigkeiten der Mitarbeitenden sorgen. Und doch sei es zu vereinfacht, die gesamte Verantwortung dem Individuum zuzuschieben. Unterstützung sei sehr wichtig: «Ich denke, das sollte schon in der Schule oder in der Aus- und Weiterbildung angesiedelt sein, so dass bereits Jugendliche lernen, wie der Arbeitsmarkt funktioniert und wie sie ihre Laufbahn aktiv gestalten können», schloss Hirschi. Transformation des Arbeitsmarkts: Zunahme atypischer Arbeitsverhältnisse Während Hirschi auf die Eigenverantwortung fokussierte, stellte Vania Alleva , Präsidentin von Unia Schweiz, die kollektive Verantwortung in den Mittelpunkt: «Ich bin überzeugt, die Digitalisierung an sich ist keine Bedrohung. Digitalisierungstechnologien können zu einer besseren Zukunft beitragen. Sie bringen aber auch Risiken. Damit alle davon profitieren können, muss die Digitalisierung gestaltet werden.» Alleva sprach das Potential der Beschäftigungszuwächse an. Diese kämen vor allem aus dem Sektor der Informations- und Kommunikationstechnologien: «2013 sind 22 Prozent aller neu geschaffenen Arbeitsplätze in der OECD diesem Sektor zuzuschreiben.» Die Digitalisierung eröffne auch in anderen Branchen Chancen, dass ins Ausland ausgelagerte Tätigkeiten wieder zurückverlagert würden. Kritisch beleuchtete Alleva die durch Digitalisierungstechnologien begünstigte Zunahme atypischer Arbeitsverhältnisse. Als Beispiel verwies sie auf die Plattform- ökonomie, welche solche atypische Arbeitsverhältnisse (Work-on-Demand via Apps) ermögliche: «Viele Plattformunternehmen pervertieren den eigentlich sinnvollen Ansatz der Sharing Economy und drängen Arbeitnehmende in eine prekäre Scheinselbständigkeit mit fatalen Folgen.» Vereinzelung der Beschäftigten, niedrige und unsichere Einkommen, entgrenzte Arbeitszeiten und fehlende soziale Absicherung, zählte Alleva einige dieser Negativfolgen auf. «Es besteht die Gefahr, dass Digitalisierungstechnologien genutzt werden, um Arbeitsverhältnisse einseitig zulasten der Beschäftigten zu flexibilisieren.» «Es steht viel auf dem Spiel, und ich hoffe, dass wir gemeinsam den Pfad der sozialen Digitalisierung einschlagen und gemeinsam für eine soziale Digitalisierung einstehen werden.» Vania Alleva Die Sozialpartnerschaft erodiert Sowieso verschiebe sich das Machtverhältnis zwischen Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden, etwa in Bezug auf die Kontroll-, Disziplinierungs- und Manipulationsmöglichkeiten: «Können Arbeitgeber solche schrankenlose Überwachungspotentiale unbegrenzt nutzen, führt dies zu einer verstärkten Konkurrenz zwischen den Beschäftigten, aber auch zu einer Verschiebung des Machtverhältnisses zwischen Arbeitgebenden und -nehmenden.» Auch die Sozialpartnerschaft erodiere. Globale Unternehmen könnten sich aus ihrer Verantwortung als Arbeitgeber stehlen, indem sie Arbeitsprozesse digital auslagerten. «In wachsenden Bereichen der digitalisierten Wirtschaft sind sozialpartnerschaftliche Regulierungen der Arbeitsbeziehungen nicht nur gänzlich unbekannt, es gibt nicht einmal Arbeitgeberverbände, mit denen die Gewerkschaften verhandeln könnten.» Das sei kein Zufall: «Die Geschäftsmodelle dieser Firmen beruhen wesentlich auf der totalen technischen Vernetzung vereinzelter Arbeitskräfte. Die soziale oder gar politische Organisation der Arbeitskräfte steht dem im Weg, deshalb ihre gewerkschaftsfeindliche Haltung.» Politik der sozialen Digitalisierung Entscheidend sei, dass die Arbeitnehmenden in die Ausgestaltung der Arbeitsprozesse mit einbezogen würden, betonte Alleva. «Letztlich sollten die Unternehmen auch aus Eigeninteressen auf eine verstärkte Mitwirkung setzen, denn auch in hochtechnologisierten, stark automatisierten Systemen spielen das Erfahrungswissen und die teamförmige Organisation qualifizierter Arbeit eine ganz wichtige Rolle.» Das gelte insbesondere dann, wenn tiefgreifende Veränderungen rasch eingeführt werden müssten: «Arbeitnehmende dürfen nicht zu Rädchen in einem digitalen Workflow degradiert werden!», so Alleva. Deshalb fordere die Unia eine Politik der sozialen Digitalisierung: Eine Politik, die sicherstellt, dass Arbeit fair entlöhnt und verteilt wird, dass geregelte Arbeitszeiten, erträgliche Arbeitsbedingungen und stabile Arbeitsverhältnisse nicht zum Privileg von Wenigen werden, und dass die sozialen Sicherungsnetze auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Menschen ausgerichtet sind. Es gelte aber auch sicherzustellen, dass der Macht der Konzerne Grenzen gesetzt würden, dass die Mitwirkungsrechte in den Betrieben ausgebaut würden und dass der Grundrechtskatalog den Anforderungen des technologischen Fortschritts angepasst werde. «Es steht viel auf dem Spiel, und ich hoffe, dass wir gemeinsam den Pfad der sozialen Digitalisierung einschlagen und gemeinsam für eine soziale Digitalisierung einstehen werden», so der Schlussappell der Referentin. Disruptive Veränderungen Mit dem Referat von Markus Jordi , Leiter Human Resources der SBB, verschob sich der Fokus von der Arbeitnehmerseite hin zur Kompetenzentwicklung aus der Sicht eines Grossunternehmens. «Wir sehen, dass die Digitalisierung letztlich ermöglichen wird, dass wir mit weniger mehr und es erst noch besser machen. Und das sind Spannungsfelder, die sich da auftun», so Jordi, denn digitale Technologien brächten auch disruptive Veränderungen mit sich. Ein Beispiel sei die SBB-App für Smartphones. Diese habe die gesamte Reiseplanung auf den Kopf gestellt: Der Billettverkauf am Schalter – insbesondere der Verkauf von Papiertickets – nähme stetig ab und erfolgte vermehrt über Apps und das Internet. «Ich habe die Hypothese, dass es in zwei Jahren möglich sein wird, mit dem Smartphone die gesamte Reisekette zu organisieren und zu bezahlen», gab sich Jordi überzeugt. Doch auch andere Bereiche seien mit grossen Veränderungen konfrontiert. Beispielsweise seien bei den SBB noch etwa 2000 Mitarbeitende als Rangierer beschäftigt. «Im Kern bedeutet das, Wagen zusammenzuhängen und zu entkuppeln – die Tätigkeit ist etwa 150 Jahre alt und nicht zukunftsfähig», fand Jordi klare Worte. «Wir sehen, dass die Digitalisierung letztlich ermöglichen wird, dass wir mit weniger mehr und es erst noch besser machen.» Markus Jordi Beweglichkeit und Lernfähigkeit Die Anpassung an ein sich veränderndes Arbeitsumfeld sei im Kern eine Abfolge von ganz kleinen Lernschritten, die es ermöglichten, à jour zu bleiben. «Die grosse Kunst einer Unternehmung ist, ihren Mitarbeitenden diese kleinen Lernschritte mitzugeben und ein Umfeld zu schaffen, in dem diese Lernschritte gemeinsam ablaufen», äusserte sich Jordi zur Verantwortung von Unternehmen. Von den Mitarbeitenden sei die Fähigkeit gefordert, sich anzupassen, Neues aufzunehmen und in den Arbeitsalltag zu integrieren. Beweglichkeit und Lernfähigkeit seien daher als Schlüsselkompetenzen besonders verlangt und beide Kompetenzen hätten eine organisationale und eine individuelle Dimension. Man könne nicht von den Mitarbeitenden Flexibilität erwarten und gleichzeitig ein höchst hierarchisches Führungsmodell unterhalten, «da machen wir uns lächerlich». Auch die Wahl des richtigen digitalen Umfelds sei zentral, betonte Jordi: «Welche Arbeitsmittel stellen wir zur Verfügung, damit wir konkurrenzfähig sind im Kontext der Digitalisierung? Fit4future: zukunftsfähige Kompetenzen Mit dem Programm Fit4future werde angestrebt, neue, zukunftsfähige Kompetenzen aufzubauen. Das bedeute, die Berufsfeldveränderungen zu definieren und die erforderlichen Schlüsselkompetenzen zu identifizieren. Daraus würden bedürfnisgerechte Ausbildungen entwickelt, um den Mitarbeitenden die digitalen Grundkompetenzen zu vermitteln, damit diese im Arbeitsalltag digitale Technologien nutzbringend anwenden könnten. Ein weiteres Beispiel in der Bildung sei das virtuelle Training, beispielsweise zur Vorbereitung der Mitarbeitenden auf die Einführung der Giruno-Züge. «Da werden wir die ganze Ausbildung am Zug komplett virtuell machen und die Leute sollten 90 Prozent fit sein, wenn sie dann das Praktische ausüben.» Zukünftig solle nicht mehr primär in Infrastruktur investiert werden, sondern es müsse die digitale Kompetenz genutzt werden, um die Kapazität zu erhöhen. «Wir glauben, allein durch intelligente Steuerung der Züge kriegen wir 30 Prozent mehr Kapazität hin. Bevor wir anderswo Milliarden ausgeben, sind wir gut beraten, hier zu investieren.» «Digitalisierung fordert und fördert uns alle» Welche Bedeutung und Auswirkungen die Digitalisierung auf einen KMU-Betrieb und letztlich auf den Werkplatz Schweiz haben kann, zeigte Dr. h.c. Eva Jaisli , CEO der eigentümergeführten Firma PB Swiss Tools (PBST). Jaisli machte bereits zu Beginn ihrer Ausführungen klar: «Digitalisierung ist für uns als KMU nichts Neues. Sie bestimmt schon länger, was wir wie tun.» Mit Blick auf die 140-jährige Firmengeschichte wies sie darauf hin, dass es immer wieder äussere Umstände waren, die PBST zu Innovationen gezwungen hätten. Jüngst etwa die Finanzkrise von 2008 oder die Währungskrise 2015. Ohne den digitalen Wandel wären gemäss den Erfahrungen von Jaisli diese beiden Einschnitte nicht zu meistern gewesen. Mehr noch: «Wir brauchen die Digitalisierung, um den Werkplatz Schweiz zu entwickeln», gab sie sich mit Blick auf die Gegenwart überzeugt. Was dies bezogen auf PBST bedeutet, zeigen die blossen Zahlen: 70 Prozent der über 12 Millionen pro Jahr im Emmental produzierten Werkzeuge werden in mehr als 80 Länder exportiert. «Wir müssen auf alles reagieren können. Dabei stützen wir uns auf die Kernkompetenz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.» Diese sind für Jaisli Drehund Angelpunkt, wenn es gilt, die Digitalisierung gewinnbringend zu nutzen. Hierfür sei es aber nötig, eine bestimmte Mentalität (Mindset) zu fördern und die Mitarbeitenden entsprechend zu befähigen. Jaisli illustrierte dies am Beispiel von Robotern, die bei PB Swiss Tools bereits seit den frühen 1980er Jahren im Dienst stehen. Um den Ertragseinbruch in Folge der Währungskrise 2015 zu kompensieren, investierte das Unternehmen antizyklisch und proaktiv in eine neue Generation von Robotern. Diese sogenannt universellen Roboter mit umfassender Sensortechnik brauchen keine Schutzzäune mehr und ermöglichen neue Formen der direkten Zusammenarbeit von Menschen und Maschinen. Um den Mitarbeitenden den Zugang zu erleichtern und Ängste abzubauen, wurden Spielroboter angeschafft und den Mitarbeitenden auf Wunsch auch nach Hause ausgeliehen. «Es muss auch Spass machen! Dann sind die Mitarbeitenden offen für Neues», ist Jaisli überzeugt. Immer mehr repetitive und körperlich anstrengende Arbeiten hätten so inzwischen an Roboter delegiert werden können, «die Digitalisierung hilft uns, die Arbeit für unsere Angestellten attraktiver zu machen». «Wir brauchen die Digitalisierung, um den Werkplatz Schweiz zu entwickeln. Sie hilft uns auch, die Arbeit für unsere Angestellten attraktiver zu machen.» Eva Jaisli Digitalisierung als Erfolgsrezept? In der Sicht von Jaisli ist die Digitalisierung klar ein Erfolgsrezept. Sie unterschied dabei drei strategische Erfolgsfaktoren: Die Rolle der Digitalisierung für den Marktzugang (Marketing und Verkauf), bei der Innovation (Entwicklung und Fertigung) sowie bei der Rentabilität (Prozesseffizienz, Ressourcenmanagement, Kostenmanagement). Es gelte, die neugewonnenen Daten mit neuen Erkenntnissen zu vernetzen. Als Beispiel erwähnte die Referentin das von PBST betriebene Omnichannel-Marketing, das on- und offline Aktivitäten kombiniert und zur erfolgreichen Positionierung der Marke in beiden Bereichen beiträgt. Zwar ist sie überzeugt, dass der stationäre Verkauf der produzierten Werkzeuge bleiben werde, PBST profitiere aber zunehmend vom weltweiten Trend zum Onlineund Cross-Channel Shopping. Die vorgängig nötigen Beratungsleistungen nähmen indes zu und veränderten sich laufend, führte die Firmenchefin aus. PBST betreibt den eigenen Onlineshop in acht Sprachen. «Wir pflegen unseren Content fortlaufend. Ohne Digitaltechnologie wäre das nicht möglich», sagte Jaisli. Bezogen auf die Kundinnen und Kunden gelte es, deren Präferenzen weltweit zu identifizieren. Wenn Kunden bei Entwicklungen mitwirken könnten, steigere sich der Nutzen, gab sie sich überzeugt. Hierzu gehöre auch der Einsatz neuer Methoden, wie die additive Fertigung oder 3D-Drucker, die sowohl kunden- wie auch terminorientierte Lösungen ermöglichen würden. Digitalisierung als Herausforderung! Für die eigene Firma sieht Jaisli vier Treiber für die nötige Transformation zu PB Swiss Tools 4.0: Die Digitalisierung führe zu mehr Optionen, die Globalisierung zu mehr Konkurrenz, die heute sichtbaren globalen Trends zu mehr Komplexität und die internationale Zusammenarbeit zu mehr Kooperation. Bedeutet dies nur mehr Druck und Angst um Arbeitsplätze? «Nein», widersprach Jaisli. Gerade kleine und mittlere Unternehmen könnten dies anders als Grosskonzerne angehen und Lösungen in Kooperation mit den Mitarbeitenden erarbeiten. Es gelte, die Mitarbeitenden durch entsprechende Massnahmen bei der Weiterentwicklung der Digitalkompetenz zu unterstützen. Dies gelinge, wenn Strategie, Führung und Kultur in den KMU in Übereinstimmung mit dem digitalen Wandel gebracht würden. Jaisli schloss mit einem klaren Bekenntnis: «Wir setzen uns als KMU dafür ein, unsere Arbeits- und Ausbildungsplätze mit der Digitalisierung zu verbinden.» Originalartikel von Sarah Beyeler und Marcus Moser
Sie macht in Männerwelten Frauen stark
An der Wand hinter Eva Jaisli steht ein Gestell voller Werkzeuge – Schraubenzieher, Inbusschlüssel und Multitools, akkurat nach Form und Farbe aufgehängt. Die Produkte der Firma PB Swiss Tools aus dem emmentalischen Wasen stehen für solide Schweizer Qualität, sie sind präzis, praktisch und erst noch elegant. Das passt gut zu Jaisli, die den Posten als Geschäftsführerin 1997 übernommen hat – im Gründungsjahr der Spitex Bern. Die grazile 59-Jährige hat enormen Elan und scheint alles fest im Griff zu haben. Sie lächelt und lässt die knallblauen Augen blitzen. «Ich habe immer gern gestaltet und Verantwortung übernommen», sagt sie. Ihr sei es nie schwer gefallen, aus Analysen Erkenntnisse zu ziehen und Visionen zu formulieren, «und glücklicherweise bin ich begnadet mit Energie und Gesundheit». Beides brauchte sie, als sie nach der Ausbildung zur Lehrerin noch Psychologie und Sozialarbeit studierte, einen Master in Betriebswirtschaft und einen Executive Master in internationalem Marketing abschloss und sozusagen unterwegs drei Töchter und einen Sohn grosszog, die heute zwischen 23 und 32 Jahre alt sind. «Ich ging meinen Interessen nach», sagt sie schlicht. «Aber als meine Kinder klein waren, kehrte ich immer pünktlich zur angekündigten Zeit nach Hause zurück – Verlässlichkeit gilt mir in der Familie genau so viel wie bei der Arbeit.» Schon im Studium erkannte sie allerdings, dass Frauen sich stark machen müssen. Und das macht sie seither. In einer Branche, die so klar von Männern dominiert ist wie die Spitex von Frauen, fördert sie gezielt Frauen, bei denen sie Potential sieht. Bei PB Swiss Tools sind seit Jahren ein Drittel der Angestellten Frauen, und zwar in allen Positionen. «Diversität» lautet Jaislis Zauberwort: «Alte und Junge, Männer und Frauen – in gemischten Teams können alle ihre Erfahrungen optimal einbringen.» Quoten lehnt sie ab, dafür beobachtet sie immer wieder, dass viele Frauen eine ganz besondere Art von Wirtschaftlichkeit und Wirksamkeit zeigen: «Sie werden in Sitzungen unruhig, wenn nichts vorwärtsgeht, denn sie können sich das nicht leisten: Sie wissen, dass noch andere Aufgaben auf sie warten, und teilen sich ihre Zeit automatisch wirtschaftlich ein.» Eva Jaisli selber gilt für ihre Art der Geschäftsführung als Vorbild, 2017 war sie drittplatziert als «Unternehmerin des Jahres». Für sie, deren Firma mit 160 Angestellten jährlich 12 Millionen Werkzeuge produziert, ist die Spitex Bern mit ihren insgesamt 4800 Angestellten, die jährlich 1,88 Millionen Pflegestunden leisten, «ein sehr wichtiger Wirtschaftsfaktor». Und zwar weit über die Umsatzzahlen hinaus: Als Arbeitgeberin sieht sie immer wieder, wie wichtig gute Versorgung ist, wenn jemand krank ist. «Natürlich bieten wir bezahlte Betreuungstage oder direkte Hilfe bei Krisen. Aber für die Pflege benötigen wir die Spitex.» Eva Jaisli hat persönlich erfahren, wie hilfreich diese Unterstützung sein kann, als ihr Vater schwer krank wurde und partout in seinem Daheim bleiben wollte. «Dank Spitex konnte er zu Hause sterben, dafür waren wir alle sehr dankbar.» Nach kurzem Schweigen spricht sie von einer «stetig wachsenden Bedeutung der Spitexbranche, die soziale Kompetenz mit Wirtschaftlichkeit verbindet». Als Verwaltungsratspräsidentin des Spitals Emmental AG wird ihr vor allem die Wichtigkeit der ambulanten Nachsorge immer wieder bewusst: «Wenn die Spitex hilft, dass Kranke schneller aus dem Spital entlassen werden, sich zu Hause besser erholen und ihre Angehörigen rascher wieder zur Arbeit zurückkehren können, ist das ein unschätzbarer volkswirtschaftlicher Gewinn.» Auf den ersten Blick wirken die beiden Unternehmen fast gegensätzlich, aber für PB Swiss Tools und Spitex zählen ähnliche Werte. «Kontinuität und Innovation» sind Eva Jaisli wichtig: Gutes muss gut bleiben, aber nur wer sich immer wieder an Neues wagt, kommt weiter. «Das muss auch die Spitex leisten, nebst den bisherigen Aufgaben kommen stets neue Herausforderungen auf sie zu.» Ein anderes Stichwort lautet Qualität: Im einen wie im anderen Betrieb laufe schnell nichts mehr gut, wenn nicht alle Mitarbeitenden ihren vollen Einsatz leisten. Damit ihre Angestellten das können, setzt Jaisli auf gute Arbeitsbedingungen, sie kennt alle mit Namen, kümmert sich um Berufssicherheit, Laufbahnberatung und Arbeitszufriedenheit. «Diese Zufriedenheit stellt sich vor allem ein, wenn man das Gefühl hat, etwas Sinnhaftes zu leisten», sagt sie. Nach Sinnhaftigkeit, meint sie mit einem Lächeln, müssten wohl Spitex-Angestellte nicht lange suchen. Eva Jaisli rückt ihren hellen Blazer zurecht, sie macht sich auf zu ihrem nächsten Termin, einem Vortrag. Vor Publikum macht sie so geschliffene Aussagen wie «Commitment für Leadership mit Hirn und Herz» oder «Balance zwischen Erfolg und Erfüllung». Es könnte schlagwortartig daherkommen, würde sie im Alltag nicht so handfest anpacken und sich von Apfelkorb bis Firmenturnen um alles kümmern. Die Werkzeuge hinter ihr an der Wand passen gut zu ihr. Schnörkellos, praktisch und doch elegant. Original auf Seite 14
Swiss Made aus Wasen als Erfolgsrezept
Zwischen den beiden Unternehmen PB Swiss Tools in Wasen i.E. und der in Konolfingen beheimateten Emmental Versicherung gibt es trotz unterschiedlichem Output zwei Gemeinsamkeiten. 1874 ist das Gründungsjahr der«Emmental», welche – wie es deren Geschäftsleiter Christian Rychen sagte – das Versicherungshandwerk pflegt, bloss vier Jahre jünger ist die PB Swiss Tools die in Wasen Werkzeuge von höchster Qualität für praktisch die ganze Welt herstellt. Was vor 140 Jahren in der Dorfschmiede von Wasen mit der Produktion von Nasenringen für die Bezähmung von Ochsen begann, hat sich bis heute zu einem international bekannten und renommierten Betrieb entwickelt. Dem heute in vierter Generation geführten Familienbetrieb steht seit mehr als 20 Jahren CEO Eva Jaisli vor, die mit ihren lebendig vorgetragenen Ausführungen die Zuhörenden sofort in ihren Bann zog. «Unser Betrieb hat zwei Standbeine, 30 Prozent der Produkte bleiben in der Schweiz und 70 Prozent gehen ins Ausland. Von den aktuell über 3000 Artikeln, die wir in unserem Sortiment haben, produzieren wir pro Jahr zwölf Millionen Stück» erklärte sie. Und da Stillstand Rückschritt bedeutet, wurden allein im letzten Jahr 100 neue Werkzeuge und Instrumente entwickelt und auf den Markt gebracht. Gelebte Sozialpartnerschaft und treue Mitarbeitende Zu erfahren war ebenfalls, dass von den 150 Mitarbeitenden ein Drittel Frauen sind und der Bestand von zirka 15 Lernenden zeigt, dass die Unternehmung ebenfalls der Ausbildung der Jugendlichen eine grosse Bedeutung beimisst. «Gegenüber den grossen Agglomerationen haben wir hier in unserer Gegend eine sehr tiefe Jugendarbeitslosigkeit», stellte die Unternehmerin fest. Sozialpartnerschaft in Personalfragen ist für Eva Jaisli keine leere Worthülse, sie wird im Wasen auch wirklich gelebt. So konnten Krisen, wie zum Beispiel der Frankenschock vom Januar 2015, gemeinsam mit der Belegschaft bewältigt werden, ohne dass in dieser schweren Zeit eine einzige Kündigung ausgesprochen werden musste. «In unserer Region ist die Treue und Bindung der Belegschaft zur Unternehmung, in der sie arbeiten, recht ausgeprägt», lobte Eva Jaisli ihre Mitarbeitenden. Swissness als Garant für präzis, dauerhaft und zuverlässig Doch wie kann eine Unternehmung im tiefen Emmental im hart umkämpften globalen Weltmarkt überhaupt bestehen? 100 % Swissness ist für die PB Swiss Tools mehr als ein blosses Schlagwort, es wird auch echt gelebt.«Die aktuellen Preise bringen es zwar mit sich, dass wir bei gleichem Umsatz mehr produzieren müssen», stellte Eva Jaisli fest. Swissness heisst für die Firma aber auch hundertprozentig in der Schweiz entwickelt und hergestellt und zwar im Sinne von präzis – dauerhaft – zuverlässig. Um den hohen Standard zu halten werden jährlich 20 Prozent des Umsatzes in die Entwicklung von neuen Produkten investiert. Wohin führt uns der Weg in Zukunft? Eva Jaisli stellte fest, dass die KMU einem fortlaufenden digitalen Wandel unterworfen seien. Das bedeutet ebenfalls, dass die hergestellten Produkte universell einsetzbar sind. Auf die PB Swiss Tools bezogen bedingt das, dass jederzeit qualitativ hochstehende Rohstoffe erhältlich sind, um die hervorragenden Produkte überhaupt produzieren zu können. Als relativ kleiner Player im internationalen Markt müsse man auf Draht sein, damit dies jederzeit gewährleistet sei und das sei bisher gut gelungen. In diesem Zusammenhang wies Eva Jaisli darauf hin, dass dank einer Seriennummer auf jedem Werkzeug und Instrument sämtliche Produktionsschritte bis hin zum verwendeten Rohmaterial zurückverfolgt werden können. Das ermöglicht dem Unternehmen für seine Produkte eine unbeschränkte Garantie abzugeben. Export ist unerlässlich für den Schweizer Wohlstand «Unseren Wohlstand können wir nicht mit dem Binnenmarkt allein aufrecht halten, deshalb kann die Globalisierung eine Chance für eine erfolgreiche Zukunft unseres Landes sein», betonte Eva Jaisli. Die aus kleinen Anfängen gewachsene Unternehmung liefert ihre Werkzeuge und Instrumente über ihre Vertriebspartner praktisch in die ganze Welt. Und weil der asiatische Markt für ein exportorientiertes Land wie die Schweiz immer wichtiger wird, hat die KMU aus dem Emmental im Jahr 2014 in China eine Tochtergesellschaft gegründet, nämlich die Handelsfirma PB Swiss Tools Trade Company in Shanghai. Ermöglicht wurde das nicht zuletzt durch das im Jahr 2013 unterzeichnete Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und China. 2018 erneut mit den beliebten Kundenanlässen der «Emmental» Einleitend gab Geschäftsleiter Christian Rychen einen kurzen Überblick über einige aktuelle Geschäfte der Emmental Versicherung. Die jährliche Delegiertenversammlung, an der detailliert informiert wird, findet am kommenden 24. März in der Ilfishalle in Langnau statt. Den Worten des Geschäftsführers konnte entnommen werden, dass die «Emmental» nach wie vor gut dasteht und auf ein gutes Geschäftsjahr zurückblicken kann. «Eine unserer Hauptstärken ist die Kundennähe, wir sind vor Ort und das zeigt sich daran, dass wir pro 240 Kunden einen Kundenberater haben», sagte der Geschäftsleiter, der darauf hinwies, dass im Unternehmen aktuell etwa 20 Stellen für neue Kundenberater zu besetzen wären. Dass die «Emmental» Erfolg hat zeigt sich auch daran, dass dieses Jahr erneut überall in der Schweiz wieder die beliebten Kundenanlässe stattfinden, an denen15 Prozent der Jahresprämie in bar ausbezahlt werden. Und so durfte Christian Rychen die Kunden der «Emmental» wieder einmal auffordern: «Kommt an diese Anlässe mit leeren Bäuchen und leeren Geldbeuteln, wir werden euch beides füllen.» Originalartikel von Ernst Marti
Und wieder ein Filmpreis!
Seit 1963 finden in Wien alle zwei Jahre die Internationalen Wirtschaftsfilmtage statt. Das älteste Wirtschaftsfilmfestival deutschsprachiger Länder (Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg und Südtirol) ist der grösste Wettbewerb für audiovisuelle Medien aus allen Bereichen der Bühne. 2018 ist ein Rekordjahr: Mit 363 Einsendungen war die Teilnehmerzahl so gross wie nie zuvor. «Silberne Victoria» Am 16./17. Mai 2018 ist es nun soweit: Zum 28. Mal wird die besten Filmproduktionen aus zahlreichen Kategorien ausgezeichnet: Unser Beitrag «Swiss Clients 2017», produziert in Zusammenarbeit mit Maybaum Film und Avista Films, hat es als eine von 73 Produktionen auf die Shortlist geschafft. Eine «Silberne Victoria» in der Kategorie «E – Integrierte Kommunikation» ist uns somit sicher. Sie könnte sogar noch vergoldet werden: Am 17. Mai findet in Wien das öffentliche Screening der Shortlist-Kandidaten statt. Dann entscheidet sich, welche Teilnehmer silberne und welche goldene Victorias mit nach Hause nehmen dürfen. Lob für unsere Filmproduktionen Es ist nicht das erste Mal, dass wir unsere Filmproduktionen ausgezeichnet werden: Auch an der Edi. 16 und am Hamburg World Media Festival schafften es unsere Marketingfilme in die Medaillenränge. Darüber haben wir in diesem Beitrag berichtet. Mehr Informationen: www.wirtschaftsfilmtage.com #140PBST #Filmproduktion #Filmpreis #Video #Filmproduktion #Victoria #PBSwissTools #Wirtschaftsfilmtage #workwiththebest #Maybaum #Avista
Mädchen für Technik begeistern
Obwohl heutzutage fast alle alles lernen können, gibt es sie immer noch, die typischen Frauen- und Männerberufe. Im technischen Umfeld dominieren die Männer, obwohl zahlreiche technische Berufe auch für Frauen spannend sind und – auch ohne das Plus an Muskelmasse, das Männer den Frauen im Allgemeinen voraus haben. Mit Schraubenzieher und Bohrmaschine An unserem Tüftelworkshop im April 2018 ergriffen 13 Mädchen im Alter von 10 bis 13 Jahren die Gelegenheit, mit Schraubenzieher, Bohrmaschine und allerlei anderem Werkzeug zu hantieren. Unter kundiger Anleitung unserer Mitarbeiterinnen konstruierten sie einen kleinen Automaten mit Figuren, die sich drehten und auf und ab bewegten. In Gang gesetzt werden konnte der Automat von Hand mittels Kurbel sowie mit einem kleinen batteriebetriebenen Motor. Der krönende Abschluss war der Besuch von Eltern und Geschwistern, denen die Mädchen ihre Werke mit grossem Stolz präsentierten. Wir waren an dem Tag dabei und haben ein kurzes Video davon erstellt. Viel Spass! Impressionen vom Tüftelworkshop #PBSwissTools #140PBST #Video #Tüfteln #Workshop #Mädchen #Automat #Mechanik#Motor #Werkzeuge #Schraubenzieher #Bohrmaschine #workwiththebest Mehr Informationen: tüftlerin.ch
Werkzeugkoffer im Wert von 3000 Franken zu gewinnen!
Zeigen Sie uns, wie Sie mit unseren Werkzeugen arbeiten: Welche benutzen Sie? Wie unterhalten, reparieren oder tunen Sie Ihre Bikes – oder andere fahrbare Untersätze mit Rädern und Rollen? Wir suchen das beste, coolste, verrückteste und aussergewöhnlichste Video – maximal 60 Sekunden, gepostet auf unserer Wettbewerbsseite. Zu gewinnen gibt es einen Werkzeugkoffer von PB Swiss Tools im Wert von 3000 Franken. Wettbewerb #140pbst182 #Video #Wettbewerb #Werkzeuge #PBSwissTools #Handwerker #DIY #Räder #Einrad #Bike #Auto #Mofa #Scooter #Inlineskates #workwiththebest
Fotowettbewerb: Der Gewinner ist……
Unser Wettbewerb „Zeigen Sie uns, wo bei Ihnen der Hammer hängt“ ist zu Ende. Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmenden für die vielen Beiträge. Echte Kerle, lustige Werke, süsse Fotos, amüsante Bilder, atemberaubende Aufnahmen - alles war mit dabei. Einfach grossartig! Mit dem Titel „Büchsenmacherei - die Werkstatt“ siegte das aussagekräftige und starke Bild von David Hervens. Lange leistete er sich mit dem witzigen Foto von Bodo Bimboese ein Kopf an Kopf Rennen. Schlussendlich zog aber David Hervens der Konkurrenz davon und die Community wählte ihn mit 1‘030 Stimmen zum Gewinner. Herzliche Gratulation! Platz 1: David Hervens, Belgien Platz 2: Mamma mia! Bodo Bimboese, Deutschland Platz 3: Mechanic’s tool chair von Hiro Koiso Mitmachen lohnt sich bestimmt! Der nächste Wettbewerb startet am 15. Mai 2018. Impressionen weiterer Fotos: Allen Long Simon Barth, Schweiz Konstantin Schneider, Deutschland RemTech Veen Thorsten Heinsberg, Deutschland Nick Vespa, USA Frederic Andres, Schweiz Steve Lattari, Australien Ryuji Kondou, Japan
«Wir wollen, dass etwas entsteht»
Bild: Men at Work: Kurt Neuenschwander, Nik Menz und Micha Bürgi betreiben in Burgdorf die «Werftstatt» (v.l.n.r.) Am Einschlagweg in Burgdorf liegt die Werftstatt . Hier sind Micha Bürgi, Nik Menz und Kurt Neuenschwander vor Anker gegangen, als Werkstattgemeinschaft, in der jeder auf eigene Rechnung tätig ist. Holz-, Kunststoff- und Bootsarbeiten bieten sie an, und etwas Automechanik ist auch dabei, wenn «Kürä» Neuenschwander Oldtimer und Klein-Camper restauriert. Die Sehnsucht nach dem Wasser Micha Bürgi ist Bootbauer und Lehrer an der Berufsfachschule Zofingen, wo Bootbauer und Bootsfachwarte ausgebildet werden. Die Schifffahrt liegt ihm im Blut: «Mein Grossvater und mein Urgrossvater waren Seemänner. » Auch ihn packte die Sehnsucht nach dem Wasser: Nach dem Lehrerseminar begann er mit 23 Jahren eine Ausbildung zum Bootbauer, bei der Scheurer Bootswerft in Nidau. Er blieb 14 Jahre, «und dann war es Zeit für etwas Neues». Nik und Micha kannten sich bereits aus der Zeit bei der Scheurer Bootswerft, wo sie rund 2 Jahre gemeinsam arbeiteten. Danach etwas Gemeinsames ins Leben zu rufen, war naheliegend. Das Neue fanden sie in Burgdorf, in einer leer stehenden Halle am Einschlagweg. «Mich interessiert es, Boote nicht nur zu reparieren und zu warten. Ich will eigene bauen, von Grund auf», beschreibt Micha Bürgi seinen Traum. Träume hatten auch Nik Menz und Kurt Neuenschwander, die bereits eine Werkstatt in Burgdorf in Aussicht hatten. Nik Menz hat Salzwasser in den Adern: Sein Grossvater war ebenfalls Kapitän und fuhr zur See, zur Nordsee, und nun arbeitet sein Enkel, ein gelernter Zimmermann, mit Booten und allem, was aus Holz ist. Er schreinert auch Kleinmöbel und erledigt Umbauten in Wohnhäusern. Die Garage in der Werftstatt Kein «Hölziger» ist Kurt Neuenschwander, der dritte im Werkstatt-Bunde. Er ist Elektriker und Informatiker, zu 80 Prozent angestellt bei einer Firma. Sein Herz schlägt für alte VW-Käfer, Camper, Oldtimer und Motoren. Er führt sozusagen die Garage in der Werftstatt, und wenn gerade keine Kundenaufträge zu erledigen sind, schraubt und tüftelt er an seinem eigenen VW-Bus. Was die drei verbindet, ist der Wunsch, etwas zu erschaffen: «Wir wollen, dass etwas entsteht.» Mit Werkzeug von PB Swiss Tools Gearbeitet wird in der Werftstatt mit Werkzeug von PB Swiss Tools. Im Rahmen unserer Sponsoring-Richtlinien unterstützen wir die jungen Unternehmer, indem wir Werkzeug zur Verfügung stellen – unter anderem SwissGrip-Schraubenzieher. Diese bewähren sich insbesondere in feuchtem Milieu, wenn das Werkzeug trotz Nässe fest im Griff bleibt. Für Micha Bürgi gibt es noch andere Gründe, weshalb er den SwissGrip schätzt: «Ich mag es, wenn ich beim Drehen die Schraube spüre.» Der Bootbau ist ein hartes Pflaster Hat der Bootbau in der Schweiz denn Zukunft? «Leicht ist es nicht», wissen Micha Bürgi und Nik Menz. «Der Markt ist klein und Burgdorf liegt ja nicht direkt am See. Aber wir glauben, dass man sich mit guter Arbeit einen Ruf aufbauen kann, und eine Kundschaft.» An letzterer mangelt es eigentlich nicht: «Ich könnte mehr Aufträge annehmen, wenn ich mehr Zeit hätte», bedauert Micha Bürgi. Seinen Job als Berufsschullehrer will er aber behalten: «Ich unterrichte gerne, und es gibt mir eine finanzielle Sicherheit, auch für die Familie.» Mit Sponsoring unterstützen wir Personen, Firmen oder Institutionen, die einen direkten Bezug zum Handwerkzeug haben. Es handelt sich dabei ausschliesslich um Projekte in der Schweiz. Interessierte beachten bitte unsere Sponsoring-Richtlinien . Mehr Infos: werftstatt.ch Impressionen aus der Werftstatt Salzwasser im Blut: Nik Menz bei der Arbeit an einem Boot in der Werftstatt. Geschliffen wird von Hand. Teamwork: In der Werftstatt packen alle mit an. Micha Bürgi schwört auf Werkzeuge von PB Swiss Tools: «Es sind einfach die Besten.» Kurt Neuenschwander restauriert in der Werftstatt mit viel Herzblut alte Camper – unter anderem. Micha Bürgi über den SwissGrip: «Ich mag es, wenn ich beim Drehen die Schraube spüre.» Drei Männer und ihr Baby: Die Werftstatt ist ein Gemeinschaftsprojekt. #SwissGrip#schweizerqualität#PBSwissTools#140PBST#workwiththebest#schraubenzieher#kapitän #Werftstatt#bootsbau#traumberuf#teamarbeit#holzhandwerk#wassersehnsucht#bootsbauer#eigenbau
«Ergonomie am Arbeitsplatz kommt allen zugute»
Ergonomie am Arbeitsplatz verbessert das Wohlbefinden der Mitarbeitenden. Wir setzen uns dafür ein, für unsere Mitarbeitenden optimale Bedingungen zu schaffen, die ihren gesundheitlichen Bedürfnissen Rechnung tragen. Dabei unterstützt uns die Büro Jäggi AG in Burgdorf. Wir haben dort nachgefragt, worauf es dabei ankommt. Was beinhaltet Ergonomie am Arbeitsplatz? Es beinhaltet insbesondere höhenverstellbare Steh-/Sitztische und ergonomisch korrekte Stühle, die für jede Person individuell einstellbar sind. Diese Produkte sind einsetzbar sowohl in der Administration wie auch in der Produktion, wo ganz andere Bedürfnisse herrschen, zum Beispiel in Bezug auf die Materialisierung. Was sind das für unterschiedliche Bedürfnisse? Worauf muss man in ergonomischer Hinsicht achten bei einem Büro-Arbeitsplatz? Wichtig dabei ist, dass man bei der Arbeit stehen und sitzen kann. Für den menschlichen Körper ist nur Stehen oder nur Sitzen nicht optimal. Mit den Steh-/Sitztischen kann man die nötige Abwechslung schaffen, das so genannte aktive Sitzen, damit der Körper immer in Bewegung ist. Den Tisch kann man in der Höhe per Knopfdruck individuell einstellen. Als Faustregel gilt der rechte Winkel des Unterarms. Und was ist wichtig in der Produktion? Die ergonomischen Bedürfnisse sind ähnlich, aber die Materialwahl macht den Unterschied. Ein Stuhl muss dort anderen Anforderungen genügen und ist beispielsweise nicht gepolstert, sondern mit einem robusten Material ausgestattet, so dass man auch mit einem Werkzeug in der Hosentasche darauf sitzen kann, ohne dass es gleich ein Loch im Stoff gibt. Mitarbeitende in der Produktion schätzen auch, dass man auf diesen Stühlen weniger schwitzt. Sie haben beispielsweise eine Perforierung im Rückenbereich, die temperaturausgleichend wirkt. Gibt es noch weitere Produkte zur Verbesserung der Ergonomie am Arbeitsplatz? Für mehr Komfort beim Stehen eignen sich zum Beispiel auch gepolsterte Fussmatten, welche die Bewegung abfedern und so der Ermüdung vorbeugen. Dass die Mitarbeitenden von solchen Massnahmen profitieren, ist hinlänglich bekannt. Kommt Ergonomie am Arbeitsplatz auch dem Betrieb selbst zugute? Auf jeden Fall. Es verbessert das Arbeitsklima, wenn sich die Mitarbeitenden bei der Arbeit wohlfühlen. Uns freut es, dass immer mehr Firmen wie PB Swiss Tools sich dafür einsetzen und alles Mögliche unternehmen, um diesen Komfort zu gewährleisten. Mehr dazu