Auf den Spuren der Schweizermeister
Eine der beiden Aufgaben war es, den eigenen Lehrberuf aufzusuchen und den Teilnehmenden der SwissSkills über die Schultern zu schauen. Frage 1: Was war beeindruckend? Florence Gammeter, Lernende Polymechanikerin, 1. Lehrjahr: Für mich war das beeindruckendste, dass sich die Teilnehmenden auf sich konzentriert haben. Sie haben nicht geschaut was die anderen machen. Nicolas Gerber, Lernender Produktionsmechaniker, 2. Lehrjahr: Die Schnelligkeit trotz dem Platzmangel, war für mich sehr beeindruckend. Dario Flükiger, Lernender Automatiker, 1. Lehrjahr: Sehr beeindruckend fand ich die grosse Hektik die bei dem Wettkampf herrschte. Die Teilnehmenden waren auch sehr schnell und hatten (zum Teil) die Position all ihrer Werkzeuge im Kopf. Frage 2: Tätigkeiten beschreiben – Vergleich Arbeitsalltag Wettkampf? Silvan Feldmann, Lernender Automatiker, 3.Lehrjahr: Der Wettkampf hat mich sehr an meine Teilprüfung erinnert. Die Experten schauen einem immer über die Schultern und man hat einen grossen Zeitdruck. Ich könnte wohl nicht vor so vielen Zuschauern produktiv arbeiten. Da ist mir mein ruhiger Arbeitsplatz viel lieber. Roman Bichsel, Lernender Polymechaniker, 2.Lehrjahr: Die Tätigkeiten an der Berufsmeisterschaft und im Arbeitsalltag sind ziemlich ähnlich. Sie müssen auch drehen, fräsen und bohren. Der Unterschied von ihren Tätigkeiten und meinen ist, dass sie eine Pneumatik Arbeit absolvieren müssen und auch hauptsächlich an den CNC-Maschinen arbeiten oder programmieren. Auch anders als im Arbeitsalltag ist, dass dir tausende von Menschen zuschauen und du darfst dir einfach gar keinen Fehler erlauben und musst sehr konzentriert und genau arbeiten. Jan Gerber, Lernender Logistiker, 3.Lehrjahr: Hier geht es mehr um Geschwindigkeit als um Qualität. Natürlich wird auch diese bewertet, jedoch ist im Arbeitsalltag Qualität wichtiger. Frage 3: Welche Eigenschaften sind wichtig um an einer Berufsmeisterschaft erfolgreich zu sein? Jonas Widmer, Lernender Kaufmann, 3.Lehrjahr: Sie mussten im Vorfeld einen psychischen Test absolvieren um an den SwissSkills teilnehmen zu dürfen. Dies ist auch ziemlich einleuchtend, wenn man die Bedingungen am Wettkampf betrachtet. Joël Tellenbach, Lernender Polymechaniker, 3.Lehrjahr: Konzentriertes und sehr genaues Arbeiten führen zum Erfolg. Mario Eymann, Lernender Produktionsmechaniker, 3.Lehrjahr: Konzentriertes und genaues Arbeiten, wie auch das schnelle Lesen und Verstehen der Aufträge und Zeichnungen sind wichtige Eigenschaften . Am Nachmittag haben sich die Lernenden mit den Berufsbildner zusammen auf die Suche nach unseren Werkzeugen gemacht. Die Gruppen wurden gemischt, damit von möglichst verschiedenen Berufen jemand im Team war und sein Wissen aus dem Berufsalltag einbringen konnte. Frage 4: Welches Werkzeug ist im Einsatz? Dario Flükiger, Lernender Automatiker, 1. Lehrjahr: Meist waren die VDE Schraubendreher in verschiedenen Grössen im Einsatz. Wir haben aber auch viele Winkelstiftschlüssel mit oder ohne Farbcodierung gesehen. Die Storenmonteure/innen hatten unter anderem selber Werkzeuge auf Basis des Standard Schraubendrehers gebaut. Bei ihnen haben wir die sehr langen Klingen im Einsatz gesehen. Silvan Feldmann, Lernender Automatiker, 3.Lehrjahr: Am meisten waren Schlitz- und Kreuzschraubenzieher im Einsatz. Es waren aber auch viele selbstgemachte Spezialwerkzeuge da. Florence Gammeter, Lernende Polymechanikerin, 1. Lehrjahr: Eines der häufig gesehenen Werkzeuge war der Schraubenzieher. Man hat ihn bei verschiedensten Berufen angetroffen. Winkelschraubenzieher RainBow, sticht einem sehr schnell ins Auge. Den Winkelschraubenzieher und den Schraubenzieher hat man in unterschiedlichen Berufen gesehen. Wir haben an einer Bohrmaschine Bits entdeckt. Frage 5: In welchem Beruf ist das Werkzeug im Einsatz? Nicolas Gerber, Lernender Produktionsmechaniker, 2. Lehrjahr: Ich habe diverse Werkzeuge bei der/dem Kältetechniker/in im Einsatz gesehen. Corinne Gurtner, Lernende Kauffrau 2.Lehrjahr: Maurer/in, Polymechaniker/in, Storenmonteur/in, Elektroinstallateur/in, Fahrradmechaniker/in, Konstrukteur/in, Landmaschinenmechaniker/in Joël Tellenbach, Lernender Polymechaniker, 3.Lehrjahr: Hauptsächlich in handwerklichen Berufen z.B. Polymechaniker/in Frage 6: Wieso ist genau dieses Werkzeug im Einsatz? Corinne Gurtner, Lernende Kauffrau 2.Lehrjahr: Weil der VDE Schraubenzieher spezifisch für z.B die/den Elektroinstallateur/in hergestellt wird. Dario Flükiger, Lernender Automatiker, 1. Lehrjahr: Diese Frage ist einfach zu beantworten: Das Werkzeug hilft den Teilnehmenden, die geforderte Aufgabe, effizient und schnell zu lösen. Silvan Feldmann, Lernender Automatiker, 3.Lehrjahr: Bei den Storenmonteuren/innen gibt es ein Spezialwerkzeug, es ist ein Schlitzschraubenzieher der vorne gekrümmt ist. Mit diesem können sie die einzelnen Storenteile sehr einfach einbauen. Frage 7: War der Einsatz des Werkzeugs erfolgreich? Mario Eymann, Lernender Produktionsmechaniker, 3.Lehrjahr: Ich glaube schon, die Winkelschraubenzieher sind eine der besten Erfindungen und können überall eingesetzt werden. Jonas Widmer, Lernender Kaufmann, 3.Lehrjahr: Die/Der Storenmonteur/in benutzte einen Schraubenzieher mit einer langen Klinge, damit er/sie die Schrauben in den Einbuchtungen oberhalb des Fensters befestigen konnte. Die Storen konnten montiert werden, deshalb war der Einsatz vom Werkzeug erfolgreich. Florence Gammeter, Lernende Polymechanikerin, 1. Lehrjahr: Ich bin überzeugt, dass der Einsatz des Werkzeuges ein Erfolg war. Hier noch weitere Eindrücke: #SwissSkills #Bern #Schweizermeister #Schweizermeisterinnen #Ausbildung #Lernende #Berufsbildung #workwiththebest #Berufsbildner #Berufsbildnerinnen #EFZ #Profis #Geschwindigkeit #Druck #Konzentration
Letzte Gelegenheit: Werkzeug im Wert von 3000 Franken zu gewinnen!
Man muss nicht Daniel Düsentrieb sein, um erfinderisch zu werden: Clevere Handwerkerinnen und Handwerker modifizieren immer wieder unsere Werkzeuge und schaffen daraus pfiffige Eigenkonstruktionen. Um solche Erfindungen geht es in unserem vierten und letzten Wettbewerb in diesem Jahr: Mit einem Foto und einer Beschreibung können Sie zeigen und erklären, was Sie aus unseren Werkzeugen gemacht haben, welche Werkzeuge Sie selbst konstruiert haben und wie sie funktionieren. Je origineller das Foto, umso besser! Die Community bestimmt den Gewinner Posten Sie Foto und Beschreibung auf unserer Wettbewerbsseite und mobilisieren Sie Ihre Fan-Gemeinde zum Abstimmen! Mitmachen lohnt sich: Für den Beitrag mit den meisten Likes gibt es als Preis einen Werkzeugkoffer von PB Swiss Tools im Wert von 3000 Franken. Der Wettbewerb läuft vom 1. bis 31. Oktober 2018. Während dieser Zeit können Sie Ihren Beitrag auf unserer Wettbewerbsseite platzieren. Danach kann noch bis zum 15. November 2018 abgestimmt werden. Direkt zum Wettbewerb #140pbst184 #Foto #Wettbewerb #Werkzeuge #PBSwissTools #Handwerker #DIY #Eigenkonstruktionen #Tüftler #workwiththebest
«Die Stimmung an den SwissSkills war super!»
135 Berufe, 75 Meisterschaften: An den SwissSkills 2018 vom 12. bis 16. September in Bern zeigten rund 900 junge Berufsleute, was sie können. Vielfältige Aufgaben des Chef-Experten Die Bootbauer und Bootfachwarte waren zum ersten Mal als Wettkämpfer dabei – und mit Ihnen Micha Bürgi, Chef-Experte, Bootbauer und Lehrer an der Berufsschule Zofingen. Sein Job war es, im Vorfeld Aufgaben und Bewertungskriterien zu formulieren, die Formen zu bauen und das Material zu besorgen. Während der Wettkampftage war er dafür verantwortlich, dass die Bewertungen der Experten im System der WorldSkills-CIS korrekt erfasst wurden, damit am Samstag eine repräsentative Rangliste vorhanden war. Micha Bürgi war als Wettkampf-Chef dabei. (Foto: PB Swiss Tools) Wie hat er den Wettbewerb erlebt? «Die Stimmung war super, im Publikum und auch unter den Teilnehmenden. Es wurde viel gelacht, und obwohl man sich im Wettbewerb befand, half man einander. Es war sehr viel Verbundenheit spürbar, auch nach dem Wettbewerb, als alle zur Preisverleihung kamen und wir noch eine Weile beisammen sassen. Die Atmosphäre am Event war familiär, das kam gut an bei den Teilnehmenden.» Ein Schaukelboot aus Holz und Kunststoff Die acht Bootbauer hatten die Aufgabe, jeder ein Schaukelboot aus Kunststoff und Holz zu bauen. Die fünf Bootfachwarte führten verschiedene Arbeiten in den Bereichen Reparaturen, Service und Unterhalt aus. Auch das zahlreich aufmarschierte Publikum bekam Gelegenheit, selbst Hand anzulegen: Im MySkills-Bereich konnten Jung und Alt sich gleich selbst als Bootbauer versuchen. Hochwertige Resultate Was lässt sich sagen punkto Qualität der Leistungen? «Ich war positiv überrascht», berichtet Micha Bürgi. «Die Resultate waren hochwertiger als jene an den Abschlussprüfungen. Das liegt aber auch daran, dass alle Teilnehmer ihre Lehre bereits abgeschlossen hatten. Ausserdem war die Stimmung an den SwissSkills trotz Wettbewerb sicher gelöster als an der Abschlussprüfung.» Beeindruckt ist der Berufsschullehrer auch von der Veranstaltung selbst. «Es wird viel investiert in die Berufsbildung. Die Vielfalt der vorgestellten Berufe war sehr gross, und auch der finanzielle Aufwand, den einzelne Branchen getrieben haben, um sich gut zu präsentieren, war gewaltig.» Obwohl alle Teilnehmenden ihr Bestes gegeben und eine tolle Leistung gezeigt haben, konnten am Ende jeweils nur drei aufs Treppchen. Die Resultate: Bootbauer EFZ 1. Florian Widmer, Bern 2. Andreas Gächter, Oberriet 3. Martin Kämpf, Aeschi 4. Luca Sandon, Zofingen 5. Camillo de Nardis, Zürich 6. Robin Maeder, Bevaix 7. Timon Muster, Einsiedeln 8. Adrien Develay, Trélex Bootfachwart/in EFZ 1. Tim Wassmer, Unterentfelden 2. Tobias Oppermann, Konstanz 3. Ivo Eberle, Ermensee 4. Anja-Caroline Urbat, Schönried 5. Benoit Alt, Lentigny Mehr dazu Website mit allen Infos und Resultaten der SwissSkills 2018 «Wir wollen, dass etwas entsteht»: Porträt der Werftstatt von Micha Bürgi, Nik Menz und Kurt Neuenschwander Impressionen von den SwissSkills 2018 (Alle Fotos: Micha Bürgi) Erstmals an den SwissSkills: die Bootbauer. Acht junge Bootbauer EFZ nahmen teil. Ebenfalls zum ersten Mal dabei: die Bootfachwarte. Die fünf teilnehmenden Bootfachwarte, darunter eine Bootfachwartin. Ein grosses Publikum verfolgte interessiert die Arbeit am Schaukelboot. Faszination Boot: An den SwissSkills gab es auch einiges zum Anfassen. Das Endresultat: Ein Schaukelboot. Die Medaillengewinner bei den Bootbauern EFZ. Die Medaillengewinner bei den Bootfachwarten EFZ. Zufrieden mit dem Wettbewerb: das (fast vollständige) Team der Bootbauer und Bootfachwarte.
«Kopiert zu werden, ist für uns nicht neu»
Eva Jaisli führt Swiss Tools seit 20 Jahren. Im Interview verrät sie, warum die Firma auf Patente verzichtet und gerne Roboter einsetzt. Eva Jaisli ist Geschäftsführerin des Werkzeugherstellers PB Swiss Tools, seit mehr als 20 Jahren. Im Ranking der Unternehmer des Jahres 2017 von «Handelszeitung» und Schweizer Kader Organisation (SKO) belegte sie den zweiten Platz. Das Familienunternehmen aus dem Emmental ist setzt seit Jahrzehnten voll auf Exporte: Zwei Drittel der Produktion gehen in mittlerweile mehr als 80 Länder weltweit. Mit Indien und Indonesien verhandelt die Schweiz gerade Freihandelsabkommen. Orientieren Sie sich an der Schweizer Handelspolitik? Natürlich, das ist ein ganz wichtiger Faktor. So beispielsweise auch im Fall Japans. Seit 2009 ist das Abkommen in Kraft, was uns die Zusammenarbeit enorm erleichtert. Handelshemmnisse sind heute im starken Wettbewerb ein Nachteil, daher sind wir sehr stark auf die Unterstützung von Wirtschaftsvertretung und Politik angewiesen. Vor allem geht es darum, gleiche Voraussetzungen wie die in der EU geltenden zu haben. Wenn die EU etwa im gerade abgeschlossenen Japan-Abkommen bessere Voraussetzungen ausgehandelt hat, müsste die Schweiz nachziehen, um im Wettbewerb standhalten zu können. Der Protektionismus nimmt aber gerade zu, vor allem in den USA – auch einem wichtigen Markt für Sie. Spüren Sie die Auswirkungen bereits? Die US-Strafzölle tangieren uns heute nicht direkt. Wenn eine Ausdehnung auf die Automobilbranche erfolgen sollte, wird es unsere Absatzmärkte in Europa tangieren. Es wäre wünschenswert, die Konditionen im Handel mit den USA weiter zu verbessern und zu vereinfachen. Aufgrund der aktuellen politischen Lage ist das jedoch nicht absehbar. Welches sind die wichtigsten Märkte für PB Swiss Tools? An erster Stelle natürlich der Heimmarkt, der knapp ein Drittel umfasst, an zweiter Stelle kommt Europa – wir sind in allen europäischen Märkten vertreten, in Osteuropa wollen wir unseren Marktanteil noch weiter ausbauen. Asien und der Rest der Welt umfassen ein weiteres Drittel unseres Umsatzes. Den Marktaufbau und -ausbau planen wir in Indien und Indonesien. In Nord- und Südamerika wollen wir expandieren. Zu Ihrer Exportstrategie: Wie bauen Sie neue Märkte konkret auf? In erster Linie orientieren wir uns daran, wo es eine Nachfrage für unsere Produkte gibt. Dann schauen wir uns die Einfuhrbedingungen und den potenziellen Marktbedarf in einem Land an. Gleichzeitig wägen wir auch die Risiken vor Ort ab – dabei arbeiten wir mit den Länderexperten von Switzerland Global Enterprise zusammen, die uns von der Evaluierung bis zu Markteintrittsstrategie unterstützen. Entscheidend ist es im nächsten Schritt, einen Vertriebspartner vor Ort zu finden. Wie sieht der «richtige» Vertriebspartner aus? In erster Linie geht es darum in Erfahrung zu bringen, über welches Image und Potenzial mögliche Partner verfügen. Ihr Zugang zu On- und Offline-Vertriebskanälen spielt dabei eine wesentliche Rolle. Da wir mehrere Kanäle gleichzeitig nutzen, arbeiten wir meist mit mehreren Vertriebspartnern zusammen. Die grundlegende Frage vor dem Markteintritt ist, ob wir mit einem Vertriebspartner zusammenarbeiten oder wir eine eigene Tochter gründen. Haben Sie Töchterfirmen im Ausland? Bisher nur in China. Warum gerade dort? Wir sind seit 2013 in China und mussten feststellen, dass das reine Potenzial, die Grösse des Marktes und der schwierige Marktzugang eine höhere Präsenz verlangen. Auch weil von keinem anderer Partner erwartet werden kann, die Marke aufzubauen und unsere Produkte bekannt zu machen. Also kümmern wir uns selbst um unser Marketing vor Ort, haben im Verkauf eigene Mitarbeitende, die unsere Marke voranbringen. Wie viele Mitarbeitende hat PB Swiss Tools China? Zur Zeit sind es sieben. Sie sorgen dafür, dass unsere Marke in China bekannt wird und verkaufen unsere Produkte. Ist China auch ein besonders schwieriger Markt wegen der Wettbewerber beziehungsweise anderer Firmen, die Ihre Produkte kopieren? Unsere Markenprodukte werden seit den 50er Jahren x-fach kopiert – nicht nur in China, sondern auch von europäischen, amerikanischen und asiatischen Herstellern. Kopiert zu werden, ist für uns nicht neu. Wenn wir Neuheiten auf den Markt bringen, tauchen in der Regel innerhalb kürzester Zeit Kopien auf – etwa von taiwanesischen oder sogar amerikanischen Herstellern. Wir sehen darin vor allem eine Bestätigung der Qualität unserer Produkte, sonst würden sie nicht kopiert. Patente wären keine Lösung? Wir haben entschieden, unsere Produkte nicht zu patentieren. Warum? Weil es uns wichtig ist, das Geld in herausragende neue Lösungen zu investieren, die schnell angeboten werden können. Unser Ziel ist es, Erster zu sein. Daher investieren wir viel in Forschung und Entwicklung. Zudem ist eine Patentierung mit grossem zeitlichem Aufwand und hohen Kosten verbunden, wenn wir alle verklagen wollten, die uns kopieren. Wie wichtig ist China für Ihr Unternehmen als Absatzmarkt? Unser Umsatz in China wächst zweistellig. Das heisst es gibt einen grossen Marktbedarf. Wir sind daran, die Kundenpräferenzen mit unserem Angebot abzugleichen. Dafür brauchen wir fundierte Marktkenntnisse. PB Swiss Tools: Die gesamte Produktpalette wird im heimischen Werk gefertigt. Was sind Ihre Ziele in China? Wir wollen nicht nur westliche Firmen, die in China produzieren, beliefern, sondern auch die staatlichen chinesischen Firmen aus allen relevanten Branchen. Und in China zu fertigen kommt für Sie nicht in Frage? Momentan ist das keine Option, aber ganz ehrlich: Generell überprüfen wir ständig, ob wir konkurrenzfähig sind und bleiben können, wenn wir weiterhin ausschliesslich in der Schweiz produzieren. Dafür sind Rentabilität und Produktivität entscheidend. Ganz ehrlich gesagt ist es die Konkurrenzfähigkeit, die Grundlage von strategischen Entscheiden ist. Kaum ein Land hat höhere Produktionskosten als die Schweiz. Wie schaffen Sie es überhaupt, konkurrenzfähig zu bleiben? Indem wir die Automatisierung auf höchstem Niveau nutzen. Dazu gehört auch Prozesseffizienz. Aber Tatsache ist auch, dass die Währungsschwankungen der letzten Jahre eine zusätzliche Herausforderung für uns waren. Mit einem überbewerteten Schweizer Franken konnten wir gegenüber den europäischen Wettbewerbern mit Innovationen in Angebot und Fertigungskompetenz Stand halten. Wie haben Sie darauf reagiert? Wir haben ganz konsequent «lean management» und eine neue Generation von Robotern eingeführt. Wo setzen Sie diese Roboter ein? Viele repetitive Abläufe, die vorher unsere Mitarbeitende gemacht haben, wurden automatisiert. Damit waren wir übrigens sehr früh: In der Schweiz fingen wir als vierter Industriebetrieb in den 80er Jahren an, mit Industrie-Robotern zu arbeiten. Damit können wir die hohen Schweizer Löhne etwas abdämpfen, aber vor allem unsere Mitarbeitende dort einsetzen, wo anspruchsvolle, komplexe Aufgaben gelöst werden müssen. Daher setzen wir seit 2017 auch «universal robots» (URs) ein, um mehr Quantität zu erreichen, aber mit der gleichen Zahl an Mitarbeitenden. Durch die Technologie haben wir Kapazitäten geschaffen, die unsere Rentabilität erhöht hat. Welcher Anteil der Produktion ist automatisiert? Alle Prozesse sind entweder teil- oder vollautomatisiert – je nachdem ob es sich um individualisierte oder Produkte in grosser Stückzahl, das heisst 5000 bis 10'000 Stück, handelt. Haben Sie Mitarbeitende durch Roboter ersetzt? Im Gegenteil – wir wachsen zweistellig und beschäftigen 170 Mitarbeitende. Vor zehn Jahren waren es 120. Das ist unser Versprechen seit den 80er Jahren. Wir schulen unsere Mitarbeitenden auch ständig um: Ein Drittel hat eine andere Ausbildung als die Tätigkeit, die sie heute bei uns ausüben. Industrieroboter: Höhere Produktion dank Automatisierung. Sie haben mit 30 Prozent einen hohen Frauenanteil in ihrem Unternehmen. Gerade in Ihrer Branche ist das nicht selbstverständlich – was tun Sie dafür? Das Thema ist Chefsache: Wir sorgen dafür, dass wir eine angemessenen Anteil an Frauen, aber auch an jüngeren Mitarbeitenden haben. Entsprechend unserer globalen Ausrichtung sorgen wir auch dafür, dass wir Mitarbeitende mit unterschiedlichem ethnischen Hintergrund bei uns haben – vor allem auch um in unseren Auslandsmärkten auf die dortigen Kunden eingehen zu können. Beim Thema Frauen ist es in den letzten Jahren selbstverständlich geworden, dass wir insbesondere genügend weibliche Lernende ausbilden, beispielsweise als Polymechanikerinnen. Dafür müssen wir die technischen Berufe auch für junge Frauen interessant machen. Und wie? Seit Jahren organisieren wir Tüftel-Workshops, in denen wir Jugendliche und Kinder ab zehn Jahren aus der Region einladen, in denen sie technische Kenntnisse lernen. Damit wollen wir technische Berufe attraktiv machen. Der Frauenanteil in Führungspositionen ist in der Schweiz im internationalen Vergleich besonders niedrig. Woran liegt das Ihrer Meinung nach? Man muss das Generationendenken berücksichtigen: In der älteren Generation gab es sicherlich Hürden, was die Vereinbarkeit von Beruf und Familie von Frauen angeht. Es fehlten die Rahmenbedingungen, die Müttern eine Berufstätigkeit erleichtert hätten – genauso wenig übrigens Vätern. Diese Hürden sind heute teilweise weg, doch es bestehen immer noch Hindernisse. Doch das ist von Arbeitgeber zu Arbeitgeber sehr unterschiedlich und davon abhängig, welche Rahmenbedingungen die Firmen Frauen und Männern anbieten – etwa um eine Führungsposition auch in Teilzeit ausüben zu können. Wie ist das bei Ihnen? PB Swiss Tools schreibt seit Jahren jede Kaderstelle zwischen 80 und 100 Prozent aus. So haben wir auch Männer gewinnen können, die viel Verantwortung und Kompetenzen im Unternehmen übernommen haben, aber gleichzeitig den Freiraum für Kinderbetreuung haben. Uns ist es wichtig, ein moderner Arbeitgeber zu sein, und so werden wir von aussen auch wahrgenommen. Wir haben uns beispielsweise auch dafür eingesetzt, dass Tageselternvereine in der Region gegründet werden. Sehen Sie Unternehmer also stärker in der Pflicht als die Politik? Beides ist gleich wichtig. Auf der einen Seite müssen wir für ein gesellschaftspolitisches Selbstverständnis sorgen und die entsprechenden Rahmenbedingungen müssen geschaffen werden. Auf der anderen Seite müssen Bildung und Ausbildung für Frauen und Männer gleichermassen durchlässig gemacht werden, und zwar in Universitäten, Fachhochschulen, aber auch in der Berufsausbildung. Es muss praktikable Lösungen geben, und zwar unabhängig von der Branche. Und sie müssen den sich verändernden Bedingungen angepasst werden. Häufig ist die richtige Lösung von heute nicht die richtige für morgen. Was sollte die Politik machen – halten Sie Quoten für sinnvoll? Ich bin dafür, dass die Gleichstellung und Transparenz beispielsweise bei den Löhnen vorangetrieben wird und dass jegliche Form der Diskriminierung ausgeräumt wird. Das ist nur politisch durchsetzbar, und zwar in Form des Gleichstellungsgesetzes. Und als Arbeitgeber müssen wir dafür garantieren, dass es eingehalten wird. Wir sind es unseren Arbeitnehmenden schuldig, die Lohnpolitik transparent zu gestalten, dass Frauen und Männer in der gleichen Funktion den gleichen Lohn haben. Dabei sind nicht nur die Politikerinnen und Politiker gefragt, sondern auch die Verbände. Bei Swissmem werden die Löhne nicht nur aufgrund der Funktion verglichen, sondern auch aufgrund des Geschlechts. Sie bezahlen Männer und Frauen gleich? Ja, natürlich, seit Jahrzehnten. Wir lassen unsere Zahlen prüfen – auch im Vergleich zu anderen Firmen in unserer Branche. Ich will mir nicht vorwerfen lassen, dass wir hier in einer ländlichen Region tiefere Löhne zahlen. Ich verlange sehr viel von unseren Mitarbeitenden und daher müssen wir mit anderen Regionen vergleichbare Löhne zahlen. Sie sind Unternehmenschefin und Mutter von vier Kindern. Wie haben Sie beide Rollen miteinander vereint? Für mich war immer klar, dass ich Kinder will. Aber zu meinem Lebenskonzept gehört auch, dass mein Partner eine wichtige Rolle spielt bei der Aufgabenteilung. Das haben mein Mann und ich immer versucht, umzusetzen: in Form von Teilzeit, aber auch mit fremder Unterstützung. Wichtig ist es, einen Plan zu haben und die Aufgaben in der Familie zu verteilen. Das müssen sowohl Frauen als auch Männer einfordern. Ich hatte das Glück, dass ich diese Unterstützung immer hatte. Aber es ist auch anspruchsvoll. Die Geschäftsleitung teilen Sie sich mit Ihrem Mann. Ja, er ist CTO, also technischer Geschäftsführer. Ich bin für den betriebswirtschaftlichen Bereich verantwortlich. Wie entspannen Sie von dieser anspruchsvollen Aufgaben? Ich bin sehr gerne draussen. Fahre mit dem Velo zur Arbeit, gehe abends laufen, häufig auch wandern in den Bergen. Ich habe aber auch viel Freude an Kultur – sei es in der Region oder darüber hinaus. Heute habe sicher mehr Spielraum, genügend Freizeit in mein Arbeitspensum einzubauen. Ich habe aber auch noch Mandate in anderen Firmen und Organisationen, in die ich meine Erfahrungen gerne einbringe. Meine Familie liegt mir sehr am Herzen und ich verbringe viel Zeit mit Ihnen – auch wenn meine Kinder natürlich schon erwachsen und aus dem Haus sind. Sie sind dieses Jahr 60 Jahre geworden. Wie lange wollen Sie noch CEO bleiben? Ich denke noch nicht daran, mich aus dem Unternehmen zurückzuziehen. Aber wir sind schon dabei, die nächste Generation aufzubauen, damit wir uns schrittweise aus dem operativen Geschäft herausziehen können und uns nur noch strategisch einbringen. Was ist Ihr grösster Erfolg – beruflich wie persönlich? Die Innovationsfähigkeit unseres Unternehmens, durch die wir weltweit als führender Hersteller von Werkzeug und Instrumenten wahrgenommen werden. Die Bereitschaft, immer wieder auf neue Themen einzugehen, auszuprobieren und uns neu auszurichten. Diese Philosophie in unserer Unternehmenskultur verankert zu haben, würde ich als Erfolg bezeichnen. Auch persönlich finde ich das sehr inspirierend. Es hält mich dynamisch und offen – das finde ich erstrebenswert.
Gold und Silber für unsere Marketingfilme
Das Hamburg World Media Festival zeichnet herausragende Lösungen in Corporate Film, Television, Web, Web TV und Print-Produktionen auf internationaler Ebene aus. Dieses Fo-rum für Kommunikationsprofis gehört zu den wichtigsten Veranstaltungen der Branche in Europa. Umso mehr freut es uns, dass wir es dort nach ganz oben geschafft haben: Unser Produktfilm der Staffel 2 (ElectroTools, Hämmer und Winkelschraubenzieher) holte den Gold Award in der Kategorie «Corporate Communications». Silber an der Edi.16 Edi. ist die offizielle Auszeichnung für Schweizer Filme, genau gesagt: die Qualitätsaus-zeichnung für Auftragsproduktionen von Werbe-, Industrie- und Unternehmensfilmen. An der Edi.16 gewannen wir in der Kategorie «Corporate Marketingfilme» Silber mit unserer Serie «SwissGrip Schraubenzieher, Sechskant-Schraubenzieher mit Quergriff, Drehmo-mentwerkzeuge, RainBow Winkelschraubenzieher und PrecisionBits». Die Jury honorierte damit «eine feine, präzise Hommage an Schweizer Produktionsfertigungsstätten» und rühmte die Serie als «sympathisch, glaubhaft und hervorragend gemacht von Sound und Kamera bis zu Schnitt und Text». Hier geht’s zur Berichterstattung Edi.16 in der Werbewoche. Filme jetzt anschauen Neue Filme kommen Ende 2017 Im August beginnen wir mit der Produktion einer weiteren Folge der Staffel «Work with the best». Im 4. Quartal wird das drehbereite Konzept zu einer Serie umgesetzt, bei der die An-wendung unserer Werkzeuge ins Zentrum gestellt wird. Die neuen Filme werden voraus-sichtlich noch in diesem Jahr präsentiert. Konzipiert und realisiert wurden alle Filme in Zusammenarbeit mit Maybaum Film und Avista Films. Verantwortlich auf unserer Seite war Christian Baumberger. Alle Filme sind verfügbar in den Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch, für Japan und China sind sie in Englisch mit Untertiteln verfügbar.
Besuche uns an der Lehrstellenbörse!
Wie geht es weiter nach der obligatorischen Schulzeit? An der Emmentaler Lehrstellenbörse in Langnau vom 31. August/1. September 2018 erfährst du, welche Berufe du bei uns lernen kannst, nämlich Automatiker/in EFZ Produktionsmechaniker/in EFZ Polymechaniker/in EFZ Kaufmann/Kauffrau EFZ Logistiker/in EFZ Mitarbeitende und Lernende von PB Swiss Tools sind in Langnau am 31. August vor Ort und beantworten gerne deine Fragen zur Ausbildung und zum Beruf. Neu ab 2019: Konstrukteur/in EFZ Komm vorbei, informiere dich und lerne uns kennen! Mehr über die Ausbildung bei uns erfährst du auch auf unserer Webseite. Dort kannst du dich direkt für eine Lehrstelle oder für eine Schnupperlehre bewerben. Schon gewusst? 2019 bieten wir erstmals eine Lehrstelle für den Beruf Konstrukteur/in EFZ an. Mehr darüber erfährst du in diesem Beitrag . #lehrstellenbörse #langnau #ausbildung #emmental #EFZ #automatiker #produktionsmechaniker #polymechaniker #kaufmann #kauffrau #logistiker #konstrukteur #workwiththebest
Startklar für den Beginn der Lehre
Junge Handwerker/innen brauchen passendes Werkzeug – nicht erst nach der Lehre, sondern bereits in der Ausbildung, praktisch vom ersten Tag an. Hochwertige Werkzeuge sind kein Luxus, sondern eine Voraussetzung dafür, dass sie von Beginn weg alles fest im Griff haben. Apropos Griff: Die Schraubwerkzeuge von PB Swiss Tools sind bekannt für die ausgezeichnete Qualität ihrer Griffe. Mehr darüber erfahren Sie hier . Ein Rucksack für alles Berufsleute in den Bereichen Montage-Elektrik, Elektro-Installation und Telematik benutzen nicht nur unsere Werkzeuge, sondern noch eine Menge mehr – und das alles gibt es jetzt im praktischen Rucksack. Im Online-Shop unseres Fachhändlers Bugnard können Sie ein passendes Rucksack- oder Taschen-Modell auswählen, individuell bestücken und bestellen. Damit sind Sie bestens ausgerüstet – während der Lehre und danach. Womit arbeiten Sie? Welche Werkzeuge brauchen Sie bei Ihrer Arbeit? Senden Sie uns ein Foto Ihrer Werkzeugsammlung oder Ihrer Lieblingswerkzeuge und nennen Sie uns Ihren Beruf! Ihre Post erreicht uns unter info@pbswisstools.com . Wir wünschen allen jungen Berufsleuten einen guten Start in die Lehre! #ausbildung #emmental #EFZ #automatiker #produktionsmechaniker #polymechaniker #kaufmann #kauffrau #logistiker #konstrukteur #montage-elektriker #elektro-installateur #telematiker #netzelektriker #werkzeug #workwiththebest